Niksen – Balance durch Nichtstun

Wer mehr Balance im Alltag sucht, darf beruhigt niksen – das ist die Kunst, ohne Zweck etwas zu tun

Einfach mal vor dem Fenster sitzen, einen Tee trinken und rausstarren. Ohne Grund, nur, weil es gerade schön ist. Oder auf dem Sofa eine Stunde in die Leere gucken. Wir könnten auch Zeitschriften durchblättern und doch nichts lesen.

 

Wir denken oft, dass wir etwas Sinnvolles machen müssen

Das klingt herrlich, oder? Andererseits – wann machen wir das? Schließlich warten genug Aufgaben: Wir könnten noch die Wäsche bügeln, die Verwandten anrufen, zum Sport gehen, die Zeitung durchlesen oder etwas meditieren, um Weisheit zu erlangen! Die Vernunft siegt oft über den Wunsch nach mehr Balance.

 

Brauchen wir mal eine Pause, schauen viele von uns gern Fernsehen oder lesen auf dem Smartphone. Dabei nehmen wir allerdings wieder Inhalte auf, die unser Gehirn verarbeiten muss. Die Niederländer haben deshalb einen neuen Trend ausgerufen, der das Image des süßen Nichtstuns verbessern soll: Niksen.

Niksen – Balance durch Nichtstun

Mal ohne Erwartungen sein

Anders als die dänische Gemütlichkeit „Hygge“ oder die schwedische Balance „Lagom“ geht es dabei tatsächlich um Nichts. Also um die Pausen vom Alltag, in denen wir nicht schlafen, aber trotzdem nicht produktiv sind. Es sollen keine Erwartungen an die Tätigkeit, keine höheren Ziele und keine Erleuchtungen angestrebt werden. Der Zweck ist allein, sich zu erholen und Stress abzubauen.

 

Niksen hat also viel Ähnlichkeit mit Achtsamkeit, bei der es darum geht, im Moment zu bleiben. Aber selbst das ist beim Niksen egal.

 

Die Herausforderung beim Niksen ist also nichts zu tun und sich diese Auszeit aus vollem Herzen zu gönnen. Die Niederländerin Carolien Hamming arbeitet als Coach in einem Zentrum, in der Patienten bei Stress und Burnout behandelt werden. In einem Interview sagte sie über Niksen: „Nichtstun wurde lange als schlechte Angewohnheit gesehen, sogar als Sünde.“ Außerdem erklärt sie weiter: „Aber in den vergangenen zehn Jahren wurden die Menschen immer gestresster und das Nichtstun war plötzlich positiv besetzt. Die Idee beim Niksen ist also, ohne Zweck etwas zu tun und damit gesund zu bleiben.“

Jeder große Denker suchte die Balance im Nichtstun

Eine Einstellung übrigens, die schon jeder große Künstler kannte. Alle Dichter und Denker haben regelmäßig Pausen eingelegt, in der sie unproduktiv ihren Geist dem Wind ausgesetzt haben. Und das ist perfekt so. Niemand kann Jahr für Jahr Vollgas geben. Es ist ganz natürlich, dass das Leben von uns langsame und schnellere Phasen fordert. Nur so kann sich unser Energie- und Kreativitätspool wieder füllen.

 

„Statt zu sagen: Sitze nicht einfach nur da – tu irgendetwas, sollten wir das Gegenteil fordern: Tu nicht einfach irgendetwas – sitz nur da.“ Das sagt der buddhistische Mönch und Autor Thich Nhat Hanh und bringt das Geheimnis der Balance wunderbar auf den Punkt.

 

Übrigens hat das Niksen noch einen ganz weiteren entscheidenden Vorteil: Wenn wir es schaffen, Dinge ohne Zweck zu tun, sind wir vielleicht auch liebevoller zu uns selbst, wenn wir einmal ein Ziel nicht erreichen. Ein Versuch wäre es wert.

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