Für mehr Mut: Drei Übungen gegen Angst

Als wir Kinder waren, gab es viele Orte, die uns Furcht eingeflößt haben: der geheimnisvolle Dachboden, die alte Besenkammer oder der dunkle Keller. Eine Konserve aus dem Keller holen? Das ging nur im Galopp die Treppe hinunter und wieder hinauf. Der Mutter einen Lappen aus der Besenkammer bringen? Nur wenn das Licht an war und die Tür geöffnet blieb. Doch nach diesem kleinen Ausflug in das Reich unserer Ängste haben wir uns mutig gefühlt. Und stark. Die Furcht war bezwungen und wir ein Stück an ihr gewachsen.

angst

Denn als Kind wussten wir noch intuitiv: Angst soll uns nicht beherrschen. Vor Gefahren beschützen, das soll sie uns, ja, aber uns nicht dominieren. Und so stellten wir uns ihr, um wieder die Oberhand zu gewinnen. Heute, viele Lebenserfahrungen und auch einige Enttäuschungen später, ist dieses Wissen noch immer in uns, meist allerdings verschüttet unter antrainierter Halbachtstellung, erlernter Ängstlichkeit und schmerzhaften Erlebnissen, die uns vorsichtig haben werden lassen.

„Wenn einer keine Angst hat, hat er keine Phantasie“, wusste schon Schriftsteller Erich Kästner. Doch die Frage ist, wie wir mit ihr umgehen. Ist sie die bremsende Kraft in unserem Leben oder nur das zarte Wispern, dass uns warnen möchte. Jenes aber verstummt, sobald wir entschieden haben, dass keine Gefahr in Verzug ist. Letzteres ist der Optimalzustand. Wir entfernen uns immer mal wieder von diesem, das ist ganz normal, sagen Psychologen. Durch einfache Übungen können wir uns ihm wieder annähern. Denn: „Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende“ lehrte schon der griechische Philosoph Demokrit. Also seien wir wieder etwas mutiger und schauen unserer Angst ins Gesicht. Ganz so, wie wir es schon als Kinder getan haben. Diese Übungen helfen uns dabei:

Die Angst erzählen lassen:

Wir denken an unsere Angst und bringen alles, was uns dazu in den Sinn kommt, zu Papier. Ganz ohne Wertung. Das können Erinnerungen sein, Bilder oder auch Gedanken, die auf den ersten Blick gar nichts mit dem Thema zu tun haben. Alles darf sein. Das befreit und hilft uns, Abstand zu unseren Angstgefühlen zu nehmen.

Die Angst hinterfragen:

Im Grunde möchte die Furcht uns nichts Böses, sondern uns nur beschützen oder warnen. Deswegen fragen wir uns: Welches Bedürfnis oder Gefühl steckt hinter der Angst? Was möchte sie mir sagen? Vielleicht kommt uns die Antwort sofort, wie ein Gedankenblitz. Vielleicht dauert es ein paar Tage oder sie erscheint uns im Traum. Wenn sie sich Zeit lässt, fragen wir liebevoll nach, ohne uns Druck zu machen. Denn die Antwort wird kommen …

Die Angst ziehen lassen:

Wo können wir die Angst in unserem Körper spüren? Vielleicht ist sie ein Kloß im Hals. Oder ein Ziehen in der Magengegend. Wir stellen uns vor, wie dieses Gefühl langsam aus unserem Körper hinaus wandert und vor der Stelle schwebt, die es eben noch besetzt hat. Dabei kann die Angst die Form von Sternenstaub annehmen oder auch eine Frage. Wir bedanken uns bei ihr, dass sie uns beschützen wollte. Doch wir haben alles im Griff. Wir brauchen sie nicht mehr und lassen sie in Liebe gehen. Wie verändert das Gefühl sich? Löst es sich auf? Schwebt es davon? Wir lassen es ziehen.

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